Die Roteiche – Quercus rubra - Baum des Jahres 2025

Seit 1989 wird jedes Jahr durch die „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ eine Baumart zum Baum des Jahres erklärt. 1989 als erster Baum des Jahres wurde die Stieleiche benannt. In diesem Jahr – 2025 – fiel die Wahl auf die aus Nordamerika stammende Roteiche.
Offiziell trägt die Baumart den Namen „Amerikanische Rot-Eiche“. Sie ist in Nordamerika weit verbreitet und dort die häufigste Eichenart. Im Herbst leuchten die Blätter in eindrucksvollen Rottönen, daher der Name. In ihrem Herkunftsgebiet trägt sie erheblich zum farbenprächtigen „Indian Summer“ bei. 

Die Roteiche kam vor 300 Jahren nach Europa und wurde zunächst in Parks und Botanischen Gärten angepflanzt. In Deutschland kam das Interesse an der Roteiche als Forstbaum für ertragreiche Holzernten erst im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen Entwaldung Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Heute ist die Roteiche in weiten Teilen Europas  etabliert.
Die Roteiche kann in dichten Waldbeständen eine Höhe von bis zu 35 Metern erreichen. Typisch sind ihre langstieligen, großen spitz gelappten Blätter. Diese unterscheiden sich deutlich von den rund gelappten und wesentlich kleineren Blättern der heimischen Eichen. Auch die Eicheln der Roteiche sind in Größe und Form anders. Ein weiterer Unterschied zu den heimischen Eichenarten ist, dass ihre Holzgefäße nicht verschließen. Daher ist das Holz für den Fassbau oder unbehandelt im Außenbereich nicht zur Verwendung geeignet.

Da die Roteiche kein heimischer Baum ist, wird sie in Mannheim auf den Neupflanzungsflächen nicht angepflanzt. In den Mannheimer Stadtwäldern gibt es jedoch einige Roteichenbestände, die bereits 100 Jahre alt sind und im Vergleich zu anderen Waldbeständen weniger von den klimatischen Veränderungen betroffen scheinen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, auf trockenen Standorten gut zu gedeihen, wird der Roteiche eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Forstwirtschaft im Kontext des Klimawandels zugeschrieben. Dennoch schneidet sie in Bezug auf die Biodiversität schlechter ab als die heimischen Eichenarten. In Mischbeständen, also in Kombination mit anderen Laubbaumarten, wird die Biodiversität jedoch erhöht und das Laub, das in Reinkulturen auf nährstoffarmen Böden schwer zersetzbar ist, stellt hier kein Problem dar.

Das Bundesamt für Naturschutz hat die Rot-Eiche als invasive Art eingestuft. Diese Entscheidung beruht auf einem Fall im Elbsandsteingebirge, wo Roteichen auf Felsplateaus heimische Eichen aufgrund ihrer besseren Durchwurzelung und  Wasserversorgung, sowie ihres schnelleren Wachstums verdrängt haben. Dieses Konkurrenzverhalten führte zu ihrer Einstufung als invasive Art. Der Verband der Forstlichen Forschungsanstalten widerspricht dieser Einstufung, da deutschlandweit bisher keine weiteren Fälle bekannt sind. Keimende Rot-Eichen wachsen im Wald jedoch genauso langsam wie heimische Eichen, sind wenig schattentolerant und werden gern vom Wild verbissen. Die meisten überstehen die ersten Jahre nicht.